Die lange Leine

Anfangs legen sich Männer noch richtig ins Zeug. Sie werben um ihre Herzdame, tragen sie quasi auf Händen und lesen ihr jeden Wunsch von den Augen ab. Da sind sich die Herren selbst für einen DVD-Abend mit Dutzenden Folgen von „Sex and the City“ nicht zu schade. Doch irgendwann bricht er dann durch: Der fest im Manne verwurzelte Drang nach Freiheit. Statt Kuscheln auf der Couch sind die Freunde und der Fußballabend wieder wichtiger. Frauen reagieren darauf meist mit Unverständnis und versuchen, das Bedürfnis nach Freiheit zu untermauern. Sie wollen dem Mann Zügel anlegen und begehen damit einen der größten Fehler.

Es macht auch keinen Sinn, lange mit dem Partner darüber zu diskutieren, warum er sich bisweilen eingeengt fühlt. Psychologen und Eheberater haben die Erfahrung gemacht, dass Männer den Wunsch nach Freiheit kaum in Worte fassen oder gar logisch begründen können. Er ist einfach da und sollte auch so akzeptiert werden. Denn nur, weil ein Mann nicht rund um die Uhr zu ihren Füßen liegt, heißt das nicht, dass er sie nicht liebt. Vielmehr wird die Bindung gestärkt, wenn sie ihn auch mal eigene Wege gehen lässt. Damit können Frauen zum Ausdruck bringen, dass sie seine Bedürfnisse ernst nehmen. Das gibt ihm wiederum das Gefühl, als Mann verstanden zu werden. Die Beziehung entwickelt dank der Freiräume zu einer Bereicherung für sein Leben. Kurzum: Lässt man Männer ein wenig an der langen Leine – Vertrauen vorausgesetzt –, freuen sie sich umso mehr auf die gemeinsamen Stunden.

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