Den Beschützerinstinkt wecken

Männer sind manipulierbar. Eingestehen würden es die Herren nie. Doch gewisse Reize und unterschwellige Signale verfehlen ihre Wirkung nur selten. Da stellt sich natürlich die Frage, wie man den Schalter bei einem Gigolo am besten umlegt. Glaubt man den einschlägigen Ratgebern für Single-Frauen, sind ein gesundes Selbstbewusstsein und das entsprechende Auftreten die Schlüssel zum Erfolg. Dabei übersehen die Autoren, dass viele Männer sich gar nicht trauen, allzu starke Frauen anzusprechen – aus Angst, sich zu blamieren oder den Ansprüchen nicht gerecht zu werden.

Warum also nicht das Gegenteil probieren, sagte sich eine Journalistin, und ging für das Magazin „Glamour“ auf Männerfang. Sie folgte dem Rat eines Bekannten und präsentierte sich hilfsbedürftig, weinerlich und gedankenverloren. Lange dauerte es nicht und der erste Kandidat war zur Stelle. Die „rette mich“-Masche zeigte Wirkung. Und das nicht nur in einem Lokal, sondern gleich in sechs Bars. Dazu gehören dann zwar auch Sprüche wie „Was macht eine schöne Frau so ganz alleine hier?“. Aber es funktioniert.

Warum? Wenn die Antwort darauf so einfach wäre, gäbe es vermutlich keine Singles mehr und hätte niemand Probleme, den Partner fürs Leben zu finden. Einerseits – und diesbezüglich nahm einer der Männer kein Blatt vor den Mund – machen Frauen, die alleine in Bars stehen, schnell den Eindruck, leichte Beute zu sein. Andererseits wecken Frauen, die traurig wirken, den Beschützerinstinkt beim Gigolo. Da bietet Mann nur allzu gerne die Schulter zum Anlehnen. Ob womöglich Hintergedanken im Spiel sind. Wer weiß? Zum Kennenlernen taugt die Strategie. Auf Dauer dürfte es die meisten Männer aber eher nerven, immer nur einen Trauerkloß neben sich zu haben.

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